September
2005 Jetzt bin ich nach einem Jahr in Brasilien wieder da. Das Jahr war
insgesamt super, auch wenn sich einige Tief- und Hochphasen abgewechselt haben.
Mich
hatte es nach Caxias do Sul in Südbrasilien, einer (für brasilianische Verhältnisse)
mittelgroßen Industriestadt mit ca. 600 000 Einwohnern, verschlagen.
Viele denken beim Stichwort Brasilien an Armenviertel, Samba und Indianer oder
Karneval in Rio, was nun wirklich nicht auf diese Stadt zutrifft.
Die Bevölkerung dort stammt hauptsächlich von Einwanderern aus Italien, Polen und
auch ein paar Deutschen ab, die um das Jahr 1900 dort hingezogen sind. Die Leute dort
nennen sich Gaúchos, die viele eigene Traditionen, wie zum Beispiel das ständige Trinken
von Mate-Tee, haben.
Ich hatte eine sehr nette Gastfamilie mit einem kleineren Gastbruder. Die
Gastfamilie hatte auch noch einen anderen Sohn in meinem Alter, der in dem Jahr ein
Austauschjahr in Norwegen gemacht hat.
Ich war zuerst wenig begeistert, dass ich in diese Gegend gekommen bin, denn ich
wollte ja schließlich in ein anderes Land - weit weg von Europa -, aber nach einigen
Monaten bemerkte ich den Unterschied zu Europa sehr deutlich und auch, dass es dort nur
Brasilianer statt Polen oder Italienern gibt, auch wenn sie sich auch heute noch gerne
stolz so bezeichnen.
Im Endeffekt war es all die Bemühungen, ein Jahr ins Ausland zu gehen, wert.
Ich konnte noch zwei weitere große Reisen während des Jahres in Brasilien machen,
um noch andere Landesteile kennen zu lernen, denn es ist ein riesiges, sehr
vielgestaltiges Land.
Ich habe ein tolles Jahr gehabt und es ist schön, in zwei so unterschiedlichen
Ländern wie Deutschland und Brasilien jeweils eine Familie
zu haben. |