Juli
2005 Die "entgeltliche Buchentleihe", die im letzten Schuljahr
die Lehrmittelfreiheit ablöste, ist ein bürokratisches und organisatorisches Monstrum,
welches durch die Umstellung von Paket- auf Individualentleihe im kommenden Schuljahr
nicht gerade leichter zu handhaben ist. Von Lehrern allein, die eigentlich ebenso wie die
Schüler ihren wohlverdienten Urlaub bzw. ihre Ferien genießen sollten, ist das Verfahren
kaum zu bewältigen. Das muss auch das Kultusministerium in Hannover eingesehen haben,
denn die Schulen dürfen Hilfskräfte beschäftigen, die aus dem Büchertopf entlohnt
werden.
Das Interesse an diesem Ferienjob war unter den Schülern riesengroß, und so
konnte das erste Team schon am ersten Ferientag - unter Anleitung - mit der Arbeit
beginnen: Listen in den Computer eingeben, Angaben auf Bestellzetteln vergleichen und
überprüfen, feststellen, ob zu viel oder zu wenig oder die richtige Summe überwiesen
wurde, mehrere tausend zurückgegebene Bücher auf Schäden hin kontrollieren und
gegebenenfalls Regressansprüche feststellen, Buchbestände ordnen und zählen und und
und...
Wenn feststeht, wer welche Bücher entleihen will (Individualausleihe!), können
die notwendigen Bestellungen an den örtlichen Buchhandel hinausgehen; anschließend
werden die gekauften Bücher gestempelt und inventarisiert, hunderte individuelle
Büchertüten zusammengestellt und in die Klassenräume der Empfänger gebracht.
Und wenn alles klappt, hat jeder Schüler am ersten Schultag des neuen Schuljahres
die Bücher, die er entleihen möchte. So einfach ist das!
P.S.: Fairerweise (in Anmerkung zu der Aussage auf der Seite
"Aktuelles") wollen wir hinzufügen, dass wir natürlich nicht die einzige
Schule in Niedersachsen sind, in der während der Sommerferien diese Arbeit bewältigt
werden muss - so oder so ähnlich wird es an allen Schulen aussehen. |