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13.12.2006
[Ka] Im Rahmen
einer Hausarbeit im Seminarfach zur „Stunde Null“ in der Region waren
die Schülerinnen und Schüler der Klasse 12c
am letzten Freitag, 08.12. zu Besuch im Kreisarchiv in Otterndorf.
In Schulchroniken, alten Dokumenten und Urkunden suchten die Schüler nach
Hinweisen auf die Situation im Mai 1945 und den folgenden Neuanfang in
ihren jeweiligen Heimatorten.
Durch die vielseitige Unterstützung der
Mitarbeiter des Kreisarchivs konnten zahlreiche Quellen gesichtet werden.
Auf der Suche nach den parlamentarischen Anfängen um den ersten
Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf
erhielt das „Quellenstudium“ für die Schüler eine besondere
Qualität: Dr. Hans-Heinrich Eilers, ehemaliger Oberstadtdirektor und
Oberbürgermeister von Cuxhaven, berichtete über seine persönlichen
Erinnerungen an die „Stunde Null“ in Cuxhaven. Er überzeugte durch
viele detaillierte Schilderungen als Jugendlicher des Geburtsjahrgangs
1931 an das Kriegsende und den Aufbau auch der parlamentarischen Arbeit.
Neben den Erinnerungen an seinen Schwiegervater Karl Olfers, der als
Cuxhavener Oberbürgermeister und erster Landtagspräsident den Beginn der
parlamentarischen Arbeit wesentlich mitgestaltet hat, konnte Herr Dr.
Eilers als letzter persönlicher Referent des Ministerpräsidenten Hinrich
Wilhelm Kopf den Schülern vielfältige Erinnerungen und Informationen über
den „roten Welfen“ geben und dabei durch die lebendige Erzählweise
alle Schüler beeindrucken. Für die jungen Erwachsenen war diese Form des
Unterrichts mit der Verbindung von Quellenstudium und Zeitzeugenbericht
ein nachhaltiges Erlebnis.
Der
Leiter des Kreisarchivs, Dr. Axel Behne, bot an, solche „Gespräche
zwischen Generationen“ zu wiederholen und möglicherweise zu einer
festen Einrichtung werden lassen. Er sagte, die Räume des Kreisarchivs stünden
„für ähnliche Projekte jeder Zeit zur Verfügung“. |
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In dieser Woche nun erfolgte
ein weiteres Gespräch mit einem Zeitzeugen in der Schule. Aus Stade war
Herr Horst Eylmann gekommen. Viele werden sich noch erinnern, dass er als
Ehemaliger die Festrede anlässlich unseres 50-jährigen Schuljubiläums
hielt.
Im Online-Archiv des Bundestages (13. Wahlperiode) heißt es u.a.
über ihn: Rechtsanwalt und Notar, geboren
am 1. Dezember 1933 in Altendorf, jetzt Osten/Oste, Abitur am Athenaeum in
Stade 1955 [in Hemmoor kann die "Reife- prüfung" erst seit 1961
abgelegt werden; Anm. d. Verf.]; anschließend Studium der Volkswirtschaft und Psychologie...
sowie der Rechtswissenschaft in Hamburg und München... Seit 1963 Rechtsanwalt, seit 1968 Notar in
Stade... Mitglied des Bundestages seit 1983. Zweimal
Vorsitzender von Untersuchungsausschüssen, Vorsitzender des
Rechtsausschusses.
Dass Horst Eylmanns Besuch in seiner alten Schule für ihn keine
Pflichtübung war, kann man daran erkennen, dass er zugunsten des
Gesprächs mit der 12c sogar auf eine Teilnahme an der gleichzeitig
stattfindenden Verabschiedung des Stader Stadtdirektors verzichtete. Auch
seine mit viel Lokalkolorit gespickten Erinnerungen, fesselnd und
druckreif vorgetragen, werden in die Arbeiten der Schülerinnen und
Schüler mit einfließen. Es ist geplant, die Ergebnisse bei der
offiziellen Einweihung des Neubaus im Sommer 2007 zu präsentieren.
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