22.07.2006
In ihrer heutigen Ausgabe befasst sich die
Niederelbe-Zeitung ausführlich mit der Kunst-AG des Gymnasiums Warstade unter der Leitung
von Prof. Werner Nöfer. NEZ-Redakteur Ulrich
Rohde schreibt:
Die bildende Kunst steht an vielen Schulen nicht gerade ganz oben auf der Fächerrangliste. Bedingt durch
Unterrichtsausfälle und Lehrermangel wird der Stellenwert des Kunstunterrichts häufig
als gering eingeschätzt. Umso bedeutender
erscheint es da, wenn durch ehrenamtliches Engagement die Beschäftigung mit Kunst
gewährleistet und so die Schulkultur um eine
äußerst interessante Facette bereichert wird.
Am Gymnasium Warstade hat Professor Werner Nöfer ein erstaunlich
erfolgreiches Kunstprojekt ins Leben gerufen. Der Oberndorfer Künstler und
inzwischen emeritierte Hochschullehrer hatte sich bereit gefunden, an der Schule eine Kunst-AG
mit den Schwerpunkten Zeichnen, Malen, Bauen einzurichten. Mit gut 25
Schülerinnen und Schülern ist das Projekt gestartet und auch nach einiger Laufzeit ist
noch keiner der Teilnehmer abgesprungen. [...]
Die Kinder gehen schon recht virtuos mit den unterschiedlichsten Techniken um, vom
Einsatz von Licht und Schatten über die Bildaufteilung bis hin zur Erzeugung räumlicher
Bildwirkung. Dabei kommen ganz außergewöhnliche Ergebnisse
heraus, obwohl oder vielleicht gerade weil Nöfer gezielt auf eine herkömmliche
kunstpädagogische Gestaltung der Abläufe verzichtet. "Wir zeichnen und arbeiten
gemeinsam", sagt Nöfer. Auch er arbeitet immer mit. Es wird ausgetauscht, angeregt,
untereinander verbessert und verändert. Am Ende der zwei Stunden hat jeder Schüler eine
Arbeit, allein oder in Arbeitsteilung, fertiggestellt. [...]
Darüber hinaus brachte die
Kunst-AG während des Sommerfestes am Dienstag eine ungewöhnliche Performance
auf die Bühne. Das Fest stand im Zeichen des Themas "Fremde Länder und
Kulturen". Fremdartig war auch die Aufführung der AG. "Homunculus"
lautete ihr rätselhafter Titel. In wochenlanger Arbeit wurden bewegliche Figuren und
Masken aus Pappe geschnitten, geklebt und bemalt. Entstanden sind phantastische
Maskenmänner, Pappsoldaten und seltsame Tiergestalten, die sich zu einer bizarren
Choreographie über die Bühne bewegten.
Vor den Augen zahlreicher Zuschauer marschierten die Figuren in den Szenen auf,
untermalt von dumpfen Trommelklängen. Ausschnitte aus der Ur-Sonate des dadaistischen
Künstlers Kurt Schwitters unterstrichen die surreale Bühnenshow
akustisch.
Fotos: GymWar |