Gymnasium Warstade
Ehemaliger als Nebelfänger in Südamerika
November 2008














 



Dr. Kai Tiedemann, früher Lamstedt, Abitur 1989, arbeitet als "Nebelfänger" in Peru. Vor kurzem weilte er auf Einladung von Herrn Kahrs, Fachobmann Erdkunde am Gymnasium Warstade, in der Schule, um über seine Tätigkeit zu referieren.
Die meisten Menschen verbinden mit Peru die Anden, Machu Picchu natürlich und das Amazonasgebiet mit seinem dampfenden Regenwald. Ein großer Teil dieses abwechslungsreichen Landes ist jedoch Wüste. Perus Küste gehört zu den trockensten Gebieten der Welt, mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 10 mm. Dennoch klagen die Menschen über verschimmelte Zimmerdecken und Wäsche, die nicht trocknen mag. Es ist der Nebel, der von Juni bis November wie ein nasser Schleier vom Meer bis in die Lomas zieht.
Lomas – das sind küstennahe Hügel mit einzigartiger Fauna und Flora, die in ihrem Wasserhaushalt völlig vom Nebel abhängig sind. Nebeltröpfchen werden von Blättern, Ästen und Kräutern gesammelt und fallen zu Boden. So gießen sich die Pflanzen selber mit Wasser.
Vor rund 80 Jahren waren die Lomas bewaldet und der Wasserkreislauf intakt. Die Bäume fielen jedoch nach und nach dem Eisenbahnbau und der expandierenden Stadt zum Opfer. So begann ein Teufelskreis: der Nebel konnte sich an immer weniger Hindernissen niederschlagen und die Lomas trockneten mehr und mehr aus.

Kai Tiedemann und seine Mitarbeiter möchten die Bäume zurückholen. Neu gepflanzte Bäume brauchen aber in der ersten Phase eine zusätzliche Wasserversorgung. Darum stellen die Entwicklungshelfer dem Nebel zunächst künstliche Nebelfänger in den Weg, in deren Netzmaschen die
Nebeltröpfchen hängen bleiben und als Wassertropfen in eine Sammelrinne fallen. Mit einem Nebelfänger werden bis zu 600 Liter Wasser täglich ausgekämmt, welches zur Zeit noch der Landwirtschaft zugute kommt (Aufforstung, Gemüsegärten, aber auch Brauchwasser), langfristig aber auch die Trinkwasser- versorgung der Dörfer sichern soll.

Die Zuhörer aus dem Jahrgang 13 erlebten einen außergewöhnlich interessanten Vortrag, der ihnen Einblicke in ein von National Geographic und der Bayer AG gefördertes Erfolgsprojekt erlaubte, aber auch zum Nachdenken anregte über das von uns wie selbstverständlich genutzte Verbrauchsgut Wasser, welches jedoch in vielen Teilen der Welt ein fast unerschwinglicher Luxus ist.
Sollte nun jemand Fragen an den Referenten oder den Wunsch haben, das Projekt zu fördern, hier ist die Email-Adresse von Dr. Tiedemann: ktiedemann[at]alimon.org
Übrigens: National Geographic stellte das Projekt Grüne Wüste in der Dezember- Ausgabe 2007 vor. Das Bayer Unternehmensmagazin berichtet in 7 Sprachen über das Projekt: u.a. Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch.

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