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Dr. Kai Tiedemann, früher Lamstedt, Abitur 1989, arbeitet als
"Nebelfänger" in Peru. Vor kurzem weilte er auf Einladung von
Herrn Kahrs, Fachobmann Erdkunde am Gymnasium Warstade, in der Schule,
um über seine Tätigkeit zu referieren.
Die meisten Menschen verbinden mit Peru die Anden, Machu Picchu natürlich
und das Amazonasgebiet mit seinem dampfenden Regenwald. Ein großer Teil
dieses abwechslungsreichen Landes ist jedoch Wüste. Perus Küste gehört
zu den trockensten Gebieten der Welt, mit einem durchschnittlichen
Jahresniederschlag von 10 mm. Dennoch klagen die Menschen über
verschimmelte Zimmerdecken und Wäsche, die nicht trocknen mag. Es ist
der Nebel, der von Juni bis November wie ein nasser Schleier vom Meer
bis in die Lomas zieht.
Lomas – das sind küstennahe Hügel mit einzigartiger Fauna und Flora,
die in ihrem Wasserhaushalt völlig vom Nebel abhängig sind. Nebeltröpfchen
werden von Blättern, Ästen und Kräutern gesammelt und fallen zu
Boden. So gießen sich die Pflanzen selber mit Wasser.
Vor rund 80 Jahren waren die Lomas bewaldet und der Wasserkreislauf
intakt. Die Bäume fielen jedoch nach und nach dem Eisenbahnbau und der
expandierenden Stadt zum Opfer. So begann ein Teufelskreis: der Nebel
konnte sich an immer weniger Hindernissen niederschlagen und die Lomas
trockneten mehr und mehr aus.

Kai Tiedemann und seine Mitarbeiter möchten die Bäume zurückholen.
Neu gepflanzte Bäume brauchen aber in der ersten Phase eine
zusätzliche Wasserversorgung. Darum stellen die Entwicklungshelfer dem
Nebel zunächst künstliche Nebelfänger in den Weg, in deren
Netzmaschen die Nebeltröpfchen hängen bleiben und als Wassertropfen in
eine Sammelrinne fallen. Mit einem Nebelfänger werden bis zu 600 Liter
Wasser täglich ausgekämmt, welches zur Zeit noch der Landwirtschaft
zugute kommt (Aufforstung, Gemüsegärten, aber auch Brauchwasser),
langfristig aber auch die Trinkwasser- versorgung der Dörfer sichern
soll.
Die
Zuhörer aus dem Jahrgang 13 erlebten einen außergewöhnlich
interessanten Vortrag, der ihnen Einblicke in ein von National
Geographic und der Bayer AG gefördertes Erfolgsprojekt
erlaubte, aber auch zum Nachdenken anregte über das von uns wie
selbstverständlich genutzte Verbrauchsgut Wasser, welches jedoch in
vielen Teilen der Welt ein fast unerschwinglicher Luxus ist.
Sollte nun jemand Fragen an den Referenten oder den Wunsch haben, das
Projekt zu fördern, hier ist die Email-Adresse von Dr. Tiedemann: ktiedemann[at]alimon.org
Übrigens: National Geographic stellte das Projekt Grüne Wüste
in der Dezember- Ausgabe 2007 vor. Das Bayer Unternehmensmagazin berichtet
in 7 Sprachen über das Projekt: u.a. Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch. |