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Dezember
2006:
Wenn kurz vor dem Fest der Liebe das einsam gelegene
Haus eingeschneit ist, die Telefonleitungen gekappt sind, das Auto
fahrunfähig gemacht und die Hunde vergiftet wurden, das Gartentor
verschlossen ist und dem mausetoten Hausherrn ein Dolch im Rücken
steckt – dann ist es mit weihnachtlicher Stimmung nicht mehr weit her.
Doch die nahe liegende
Frage: Wer ist der Mörder? ist falsch gestellt, denn es muss eine Mörderin
sein. Ehefrau, Schwiegermutter, Töchter, Schwester oder Haushälterin:
Die Täterin kann sich nur unter den Anwesenden befinden. Jede hat ein
plausibles Tatmotiv. In einer Atmosphäre gegenseitiger Verdächtigungen
entblößen die Frauen ihre Geheimnisse
und geheimen Leidenschaften.
So animiert Beke Jeschkies als überdrehte, allen nachspionierende und
chronisch unzufriedene Tante Augustine viele Zuschauer zum Lachen. Uta
Alstedt in der Rolle der Mamy gibt sich gekonnt hypochondrisch und lässt
sich in einem Rollstuhl fahren, wohl auch, um ihre alkoholbedingten
Gleichlaufschwankungen zu kaschieren. Tochter Catherine (überzeugend
pubertär: Jana Bechthold) hat es faustdick hinter den Ohren. Ihre eher
brave Schwester Susanne (Kristin Kammann) lässt eine Bombe platzen: Sie
erwartet ein – natürlich! – uneheliches Kind. Hat sie vielleicht
ihren Vater erdolcht, weil er ihre Schwangerschaft nicht tolerierte?
Oder war es jemand vom Personal (schwungvoll: Insa Kühlcke-Schmoldt und
Katharina Harke)? Eine sehr feine Leistung bot auch Henrike von der
Decken als vielleicht doch nicht tief trauernde Witwe. Und schließlich
ist da auch noch die unerwartete Besucherin: unmoralisches Flittchen
oder eine zutiefst enttäuschte und verletzte Frau? Jenny Suhr spielte
überzeugend alle Fassetten dieser Persönlichkeit.
Doch wer ist nun die
Mörderin? Das soll hier nicht verraten werden – schließlich gibt es
noch weitere Aufführungen!
Herr Globig dankte allen Mitwirkenden für ihre tolle Leistung mit
Blumen (Foto oben: Janna van Diepen/NEZ), die Zuschauer dankten
mit lang anhaltendem Beifall.
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