Tschernobyltag 2008 am Gymnasium Warstade
War es der letzte?
21. August 2008

Am Donnerstag, dem 21. August 2008, war es wieder soweit: 20 Jungen und Mädchen zwischen 10 und 12 Jahren aus der Region um Tschernobyl besuchten unsere Schule für einen unterhaltsamen Nachmittag mit Saft, Kuchen, allerlei sportlichen Aktivitäten und Spielen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte sogar der Wettergott ein Einsehen, obwohl so auch die neue Markise zum Einsatz kommen konnte.
Jedes Jahr werden auf die Initiative des Vereins „Hilfe für Tschernobyl“ Kinder und Jugendliche für einige Wochen in die Wingst eingeladen, um Krankheiten, deren Ursachen in den Folgen der nuklearen Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl im Jahre 1986 liegen, behandeln zu lassen und sich zu erholen.

Obwohl der Besuchstermin dieses Jahr auf den ersten Schultag fiel, unterstützten ca. 20 Schülerinnen aus dem jetzigen Jahrgang 12 und der Klasse 9 diese Aktion, indem sie sich Spiele ausdachten, die sie mit den Kindern spielten, und selbstgebackenen Kuchen spendierten. Die Teilnehmer der Spiele konnten wie jedes Jahr Kuscheltiere mit nach Hause nehmen. Diese wurden – obwohl sicherlich einst heiß und innig geliebt – gerne ebenfalls von Schülerinnen und Schülern und auch Lehrern bereits vor den Ferien zur Verfügung gestellt.
Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Wiem, Herrn Bechthold und Herrn Griemsmann, die es übernahmen, für die sportlichen Aktivitäten in der Turnhalle zu sorgen und Hilfestellung an den Geräten zu leisten. Auch die unterstützenden Hände von Frau Kemnitz, Frau Siemer, Frau Duensing und aller weiteren Helfer sollen nicht unerwähnt bleiben.
Nicht zu vergessen ist der Einsatz von Mareike Müller, Svetlana Foth und Vanessa Thiem (jetzt alle Jg. 13), die im Dezember 2007 wieder zur Kuchenspende aufriefen und so mit Hilfe aller Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums ca. 340 Euro zur Unterstützung des Vereins „Hilfe für Tschernobyl“ sammelten. Dieser Betrag wurde vom Schülerrat großzügig auf 500 Euro aufgerundet. Dafür sehr herzlichen Dank!
Im nächsten Jahr findet leider kein Tschernobyl-Tag mehr statt. Und auch in den nächsten Jahren werden uns keine Kinder mehr besuchen. Das liegt daran, dass die mütterliche Betreuerin der Kinder, Nina, dieses Jahr 65 Jahre alt wird. Laut Bestimmung der Regierung in Weißrussland dürfen Personen ab diesem Alter keine Gruppen ins Ausland begleiten. Der weitaus traurigere Grund ist, dass dem Verein „Hilfe für Tschernobyl“ nicht mehr genügend Geld zur Verfügung steht, um die Kinder hier für drei Wochen unterzubringen. Leider ist die Katastrophe um Tschernobyl, die zum Glück schon so lange her ist, in den Köpfen der Menschen nicht mehr präsent, sodass die Spendenbereitschaft sinkt.
Die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren mit den Kindern machen durfte, sind ganz besondere. Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern für die großartige Unterstützung in den vergangenen fünf Jahren. Ich bin sicher, dass diese Zeit hier in der Wingst und der Spielnachmittag am Gymnasium Warstade für die Kinder unvergesslich bleibt.
                                                                                                                         Kerstin Völckner  

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